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Die Quappe, auch Rutte,  Trüsche oder Aalquappe genannt, ist ein Winterlaicher. Sie legt ihre Eier nach flussaufwärts gerichteten Wanderungen auf sandigem Grund ab. Sie ist die einzige Dorschart, die im Süßwasser vorkommt.
(Foto: Wolfgang Hauer)

Der Verband Deutscher Sportfischer e. V. hat die Quappe (lat.: Lota lota) zum Fisch des Jahres 2002 gewählt. Die Quappe ist eine  Wanderfischart, gehört als einziger Süßwasserfisch zu den Dorschartigen und war vor ca. hundert Jahren in Deutschland noch relativ weit verbreitet. Stauwehre, Kleinwasserkraftwerke und andere Flussverbauungen versperrten ihr zunehmend den Weg zu den Laichgebieten. In Brandenburg z. B., ein Gebiet, in dem die Quappe ursprünglich starke Populationen aufwies, wird sie nur noch in den Hauptströmen von Elbe und Oder angetroffen. In den Nebenflüssen und -bächen hat ihr Bestand dramatisch abgenommen. Hauptursachen: Verbauungen durch Kleinwasserkraftwerke, Mühlenstaus und andere Wehre sowie Gewässerverschmutzungen. Damit die Art nicht ausstirbt, wird der Bestand durch hohen finanziellen Aufwand und Arbeitseinsatz der Angelvereine in geeigneten Flusssystemen durch Besatz gestützt.
Auch den Weiterbestand dieser Fischart (auch Rutte, Trüsche, Aalquappe genannt) muss man im Auge haben, wenn die Fließgewässersysteme in heutigen Zeiten mit dem Bau von Kleinwasserkraftanlagen zerstört werden.
Auch die Quappe wird -wie Lachs, Meerforelle und Stör- von dem angeblich "grünen" Strom (weil "ökologisch") durch Kleinwasserkraftanlagen gefährdet.
Deshalb fordern wir anlässlich der Wahl des "Fisch des Jahres 2002 ? die Quappe": Stoppt den Bau und die Förderung von Kleinwasserkraftanlagen!

Verband Deutscher Sportfischer e. V.
V. i. S. d. P.: Wolfgang Düver, Referent für Öffentlichkeitsarbeit

Infos zur Situation in Baden-Württemberg und zur Fischart Historische Vorkommen in Baden-Württemberg
Nach Leuthner (1877) war die Quappe im ganzen Rheingebiet mit seinen Nebenflüssen nicht selten. Im Einzugsbereich des Neckars soll sie nach Klunzinger (1881) jedoch wesentlich seltener gewesen sein als im Donausystem. Im Bodensee wurde sie in Mengen gefangen. Einzelangaben der Oberamtsbeschreibungen sprechen für ehemals landesweite, aber nicht häufige Vorkommen der Quappe in anderen Gewässern.
Gegenwärtige Vorkommen und Bestandssituation in Baden-Württemberg
Der gegenwärtige Schwerpunkt ihres Vorkommens ist nach wie vor der Bodensee. Am Rhein ist die Art vielerorts noch gut bekannt. Die Meldungen aus oberschwäbischen Gewässern beruhen im wesentlichen auf Einzelfunden. In der Donau ist die Quappe selten geworden und im Neckar nahezu verschwunden. Bei Versuchsbefischungen entlang der  baden-württembergischen Donau wurde jeweils nur ein Exemplar an zwei von insgesamt fünfundsechzig Probestellen gefunden.
Aufgrund veränderter Gewässerbedingungen in zahlreichen Gewässerläufen ist die Quappe aktuell  ein stark zurückgedrängter und damit gefährdeter Raubfisch.
Einiges über die Quappe
Die Quappe, auch Rutte oder Trüsche genannt, ist der einzige Vertreter der Schellfische im Süßwasser. Sie besitzt einen  langgestreckten, vorne walzenförmigen, zum Schwanz hin zusammengedrückten Körper. Der Kopf ist breit und etwas abgeflacht und weist ein weites, leicht unterständiges Maul auf. Besondere Kennzeichen der Quappe, der eine  braune bis gelbolive Grundfärbung und eine dunkle Marmonerung zu eigen sind, ist ein einzelner Bartfaden am Kinn, außerdem je ein kurzer Bartel am Seitenrand der Nasenlöcher. Charakteristisch sind weiterhin die kehlständigen Bauchflossen und die abgerundete Schwanzflosse.
Von Interesse ist auch die Lebensweise der Quappe, über die viele nur wenig Bescheid wissen. Wer weiß schon, dass wir die Quappe im Gebirge in Bächen und Seen noch in Höhen bis zu 1500 in antreffen; ferner, dass die Quappe - neben dem Karpfen - zu unseren fruchtbarsten Fischen gehört? Ein Weibchen im Gewicht von 1 kg liefert rund eine Million Eier. Die zirka 1 mm großen  klebrigen Eier werden an Wasserpflanzen oder Steinen abgelegt.
Fortpflanzung
Die Quappen werden zumeist im dritten, der Rogner mitunter erst im vierten Jahr geschlechtsreif. Nur vereinzelt laicht die  Quappe bereits im Alter von zwei Jahren.
Die Quappe ist Winterlaicher. Die Laichzeit fällt überwiegend in die Monate November bis Februar. Im Inn zum Beispiel beginnt die Laichzeit in der Regel Mitte Januar. Sie  erstreckt sich indes bis weit in den Februar hinein, das heißt, das Quappenvolk wird nach und nach laichreif. Sind Quappen reif, laichen sie innerhalb weniger Tage ab. Wie bei fast allen Winterlaichern haben Quappeneier  eine lange Entwicklungszeit. Im Hinblick auf die enorme Laichproduktion überrascht es nicht, dass die Quappe unmittelbar nach der Laichzeit abgemagert und wenig schmackhaft ist, ganz im Gegensatz zu der übrigen  Jahreszeit, wo das grätenlose weiße Fleisch und hier besonders die als vorzüglicher Leckerbissen geltende Leber - von den Feinschmeckern als exzellenter Speisefisch gerühmt wird. Das wusste man zum Beispiel auch am  Kaiserlichen Hof zu Innsbruck. Hier war die Quappe sehr begehrt. Im Fischbuch des Kaisers Maximilian (1504) heißt es, jede Woche möge ein Zentner Quappen an den Hof nach Innsbruck geliefert werden.
Nach dem Bericht eines Berufsfischers, der seit vielen Jahrzehnten im Inn die Fischerei ausübt, wogen die schwersten von ihm erbeuteten Quappen 2,5 bis 4 kg. Quappen dieser Größe waren ausschließlich Rogner Die schwersten Milchner wogen  bis zu 1,5 kg. Schwerere Quappen als 4 kg dürften in deutschen Gewässern kaum (noch) anzutreffen sein.
Wohngebiet und Ernährung
Die Quappe lebt in Fließgewässern und in Seen. Sie hat ein verhältnismäßig großes Sauerstoffbedürfnis. (Deshalb finden wir sie in flachen warmen Seen nicht.) Im allgemeinen ist die Quappe ein Bodenbewohner. Tagsüber ist sie zumeist inaktiv und liegt hier zwischen Steinen, unter Wurzeln, in Löchern, Höhlen und Gumpen verborgen. Während der Dämmerung und der Nacht geht sie auf Nahrungssuche. Bei getrübtem Wasser gelingt es auch tagsüber, eine Quappe an die Angel zu bekommen. Als Köder kommen in erster Linie  Tauwürmer, tote Fischchen, Fischfetzen, Hühnerdärme und rohes Fleisch in Betracht.
Der Berufsfischer fängt die Quappe hauptsächlich mit dem Stellnetz und selten - mit der Legangel. Die ersten Wintermonate bringen in  der Regel den besten Erfolg.
Junge Quappen bis etwa 20 cm Länge ernähren sich überwiegend von Würmern, Insektenlarven und anderen kleinen Wassertieren; bisweilen lassen sie sich aber auch Fischeier und Fischbrut  schmecken. Größere Quappen sind ausgeprägte Laich- und Bruträuber, darüber hinaus vertilgen sie massenhaft Fische. Besonders groß ist ihr Schaden in Saiblings-, Forellen- und Äschengewässern. Ein Beispiel mag dies  belegen: der Seesaibling laicht im Walchensee in einer Tiefe von 70 bis 90 m. Wenn hier zur Laichzeit Saiblinge gefangen werden, um ihre Laichprodukte anschließend zur Erzeugung von Besatzfischen künstlich zu besamen, dann zappeln zusammen mit den Seesaiblingen regelmäßig auch Quappen im Netz. Wozu hält sich die Quappe in dieser Tiefe auf? Sie sucht als Nahrung die Eier des Seesaiblings, mit denen ihr Magen oft zum Bersten gefüllt ist. Die Quappe führt demnach eine Nahrungswanderung in großen Tiefen des Walchensees durch. Mitunter vergreift sie sich auch an den Seesaiblingen selbst. Hierbei entwickelt sie einen derartigen Appetit, dass ihr  Saiblinge, die sie kaum bezwingen kann, zum Maul heraushängen. Eine 60 cm lange Quappe wiegt zirka 1,5 kg.

Q uelle: Verband für Fischerei und Gewässerschutz Baden-Württemberg