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Der Fischereiverein Esslingen an drei Tagen im verschärften Einsatz Fischrettungsaktion des FVE ein großer Erfolg: Über 150
Zentner Fisch; cirka 15.000 Fische konnten geborgen und in den Neckar umgesetzt werden
Esslingen, den 13. Okober 2003. Die im Rahmen des Kanalabschlags vom Fischereiverein Esslingen durchgeführte
Fischrettungsaktion war sehr erfolgreich. Über 150 Zenter an Fischen konnte insgesamt geborgen und
in den Neckar umgesetzt werden. Damit konnte über 90 Prozent des gesamten Fischbestandes gerettet werden. Erstaunt hat nicht nur die riesige Menge an Fisch, sondern auch die Fischartenvielfalt. Spezien wie Müllkoppe oder Bachneunauge, die nur in Gewässern mit Güteklasse 1 bis 2 - eben mit einer sehr guten Wasserqualität - vorkommen, waren mit dabei. Anmerk.: Die zuvor genannten 80 Zentner mussten revidiert werden, da sich die Ereignisse am Sonntagabend überschlugen.
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Begonnen hat die groß angelegte Aktion am Freitag, den 10. Oktober, nachmittags. Peu à peu floss kein Wasser mehr in die
Stadtkanäle ein,
nachdem rund 1.000 Qubikmeter an Erde vor die Schotten des Wasserhauses in Freibadnähe in Form eines Damms eingebracht waren. Los legen konnte dann der Fischereiverein Esslingen mit der für ihn insgesamt drei Tage dauernden Fischrettungaktion so gegen 16.00 Uhr. Erst dann waren die Bedingungen so, dass gewatet und effizient E-gefischt werden konnte.
Aha-Erlebnis gleich zu Beginn
Und die Überraschung war gleich zu Beginn recht groß. Erste im Netz zappelnde kleine Waller (Wels) sorgten bereits für Aufsehen. Groß
war dann die Überraschung als Mühlkoppen und ein Bachneunauge geborgen werden
konnten. Denn normaler Weise kommen diese Fischarten nur in Gewässern vor, in denen die Wasserqualität extrem gut ist; die eine Güteklasse von mindestens 1,5 aufweisen.
Gute Neckarwasserqualität
Der Neckar hat im Schnitt 2,5. Neben diesen beiden Fischarten kamen Aale, Forellen, Zander, Rotaugen, Lauben, Stichlinge, Bitterlinge, Nasen, Barben,
Barsche Hechte und anderes mehr ans Tageslicht. Vom Wasserhaus bis oberhalb des Ski-Schäfer-Wehrs gegenüber der FHT-Esslingen wurde am ersten Tag, am Freitag, bis in die Dunkelheit die
Fischrettungsaktion durchgeführt. Es wurde gefischt,
abtransportiert, gefischt, abtransportiert... So wurden am ersten Tag etwa 10 Zenter an Fisch gerettet und wieder in den Neckar eingesetzt. Ohne diese Aktion des Fischereivereins Esslingen wäre der gesamte, recht üppige Fischbestand der Esslinger Stadtkanäle ausgelöscht worden, wären die Fische verendet.
Alles unter den Augen der Esslinger Bevölkerung
Nach einer kurzen Lagebesprechung früh um 7.00 Uhr am Fischerheim und zusammenstellung des Equipments
(E-Gerät/Kompressor, Bottiche, Kescher etc.)gings am Samstagmorgen weiter - unterhalb des Ski-Schäfer-Wehrs. Am Samstag dann war der
Arbeitseinsatz für die rund 30 Mitglieder des Vereins sowie Mitglieder des befreundeten Angelvereins “Unterer See” verschärft. Geborgen, abtransportiert und wieder in den Neckar eingesetzt wurden rund 40 Zentner an Fisch. Mit dabei neben dem bereits Aufgezählten: Spiegel- und Schuppenkarpfen mit einem Gewicht bis zu 15 Pfund, große Goldorfen, kapitale Döbel oder mehrere Hechte und Großforellen (Bach- und Regenbogenforellen) mit einer Länge jenseits der 70 Zentimeter-Marke.
Viele Schaulustige - viele Fragen
Speziell am Samstag fand die Fischrettungsaktion unter großer Anteilnahme der
Bevölkerung statt. Insbesondere an der Agnesbrücke und am Kesselwasen war zwischen 12.00 und 15.00 Uhr der Menschenauflauf riesig. Was wird mit den zum Abtransport befindlichen Fischen gemacht?, werden sie verkauft?, findet jedes Jahr ein Kanalabschlag statt? Was sind das für Fischarten, die da zu sehen sind? - alle Fragen wurden der Bevölkerung von den Mitgliedern kompetent beantwortet.
“Hallo, hier ist die Feuerwehr”
Dazu vielleicht noch: Freitagnacht gegen halb zwölf erhielten wir von der Feuerwehrleitstelle einen Anruf: Besorgte Bürger hätten
sich bei der Polizei gemeldet und
aufgeregt mitgeteilt, es würden Fische aus Pfüzen springen. Reaktion und Antwort des Fischereivereins darauf: Gemach, gemach. In dem zwar noch wenigen Wasser in den Pfützen und Gumpen der Stadtkanäle sammeln sich die Fische. Es passiert(e) nichts - was sich auch nach einem Kontrollgang bestätigte.
Alles prima geklappt
Hinter der Agnesbrücke, am Bäcker-Wehr ganz in der Nähe Esslinges
“Klein-Manhatten”, mussten dann wie erwartet nochmals eine größere Menge Fisch E-Fishing-mäßig geborgen werden - vor allem mächtige Karpfen und jede Menge Barben. Ende der Aktion am Samstag war so gegen 19.00 Uhr.
“Amazonas-Strecke: Was für Fische
Am heutigen Sonntag dann gings in Richtung Stadtkanalmündung in Mettingen (Neckar), und abermals waren nochmals erhöhte
Kraftanstrenungen gefragt. Dort kam ein Boot zum Einsatz. Und es wurden von Klein-Manhatten, über die “Amazonas-Strecke” (so bezeichnet auf Grund des dortigen sehr üppigen Bewuchses) hinter der Firma Hengstenberg cirka 100 (!) Zentner Fisch geborgen.
Großer Barsch und ein strammer Waller
Darunter zwei Waller mit einer Länge von 1,30 Meter. Am Montag wurden punktuell nochmals 2
Zentner geborgenAus Sicht der Stadt und des Fischereivereins Esslingen war die Fischrettungsaktion ein voller Erfolg.
Geborgen wurden so über 90 Prozent des gesamten Fischbestandes
der Esslinger Stadkanäle (!). Die genannten rd. 150 Zentner entsprechen grob 15.000 Fische (vielleicht aber auch mehr).
Viele Medien haben über das Ereignis berichtet, beziehungsweise
berichten noch darüber.
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Wer glaubt schon, dass in den Esslinger Stadtkanäle sich
derartige Fische tummeln? FVE-Vorstand Errol Jaffke (links) und Vereinsmitglied Karl Jani mit einem strammen Waller.
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Presseinformation (Vorbericht)
Mehrere Zentner Fisch werden aus den Stadtkanälen geborgen
Fischereiverein Esslingen (FVE) für Fischrettung beim kommenden Esslinger Kanalabschlag 2003 im Oktober zuständig
Esslingen, den 23. September 2003. Wie bei den bisherigen von der Stadt Esslingen durchgeführten Kanalabschlägen ist auch beim kommenden der Fischereiverein Esslingen für die Fischrettung zuständig. Abgefischt beziehungsweise geborgen werden am 10., 11. und 12. Oktober die sich in den Esslinger Stadtkanälen befindlichen Fische mittels einer speziellen Methode, für die es eine besondere Lizenz bedarf. Erwartet werden vom FVE, dass wie beim letzten Kanalabschlag vor sieben Jahren mehrere Zentner Fisch gerettet und diese dann in den Neckar umgesetzt werden.
Erforderlich wird der jetzige Kanalabschlag auf Grund notwendiger Renovierungsarbeiten an Kanalisation und Häusermauerwerk. Hierbei werden praktisch die gesamten Essliner Stadtkanäle vom Wasserhaus in
Freibadnähe bis zur Mündung in Mettingen trocken gelegt. Anberaumt wurde die Aktion, die insgesamt vom 10. bis 23. Oktober dauert, von der Stadt Esslingen.
“Nach dem Kanalabschlag wird es einige Zeit
dauern, bis sich wieder ein ordentlicher Fischbestand entwickelt. Doch auf Grund den Erfahrungen in der Vergangenheit sind wir zuversichtlich, dass sich in einem überschaubaren Zeitraum wieder die
verschiedensten heimischen Fischarten in den Esslingen Stadtkanälen tummeln. Vom Neckar ziehen recht schnell die Fische wieder in die Stadtkanäle ein”, äußert sich Edward-Errol Jaffke, 1. Vorsitzender des
Fischereivereins zum bevorstehenden Kanalabschlag.
Würden die Fische nicht mittels dem Elektrofischen* geborgen, würde ein Menge heimischer Fische, die sich in den Esslinger Stadtkanälen angesiedelt haben,
schlichtweg verenden. Helmut Tielesch, 2. FVE-Vorsitzender und
berechtigt zum E-Fischen, geht davon aus, dass “auch beim jetzigen Kanalabschlag mehrere Zentner Fisch gerettet, abtransportiert und in den Neckar eingesetzt werden. Legt man den letzten Kanalabschlag 1996 zu Grunde, so werden Regenbogen- und Bachforellen ebenso gerettet wie Barsche, Döbel, Rotaugen, Nasen, Lauben, Stichlinge oder der artenbedrohte Schneider – Friedfische ebenso wie Raubfische, zum Teil kapitale Fische. Vor sieben Jahren war sogar ein 80 Zentimeter großer Waller/Wels dabei”.
Das Ablassen des Wassers aus den Stadtkanälen obliegt der Verantwortung der Stadt Esslingen. Trockenlegung und die FVE-Fischrettungsaktion erfolgen quasi Hand in Hand. Von Bedeutung ist, dass das
Wasser langsam abließt. Geeignete Fahrzeuge, Behältnisse und Personalressourcen für das Abtransportieren der Fischmengen werden von der Stadt Esslingen gestellt. Für das E-Fischen ist der Fischereiverein
Esslingen zuständig. Für das Abfischen ist eine Genehmigung des Regierungspräsidiums erforderlich.
*Über das Elektrofischen: Beim
Elektrofischen schwimmt die Kathode (Minuspol) im Wasser und die Anode Pluspol ist am Kescher des Elektrofischers angebracht. Das ganze funktioniert mit Gleichstrom. Sobald man nun den Kescher ins Wasser führt, schließt sich der Stromkreis und die Fische werden durch einen Leitstrom an den Kescher geführt und gleichzeitig betäubt. So können recht große Mengen von Fischen schonend dem Wasser entnommen und gerettet werden. Nach anschließendem Transport werden die Fische dann wieder in ihr Lebenselement Wasser behutsam zurückgesetzt, ohne Schaden davonzutragen. Mit Hilfe der Eletrofischerei ist es dem Fischereiverein Esslingen gelungen, beispielsweise bei der Neckarkanalisierung in den 60er Jahren tonnenweise Fische zu retten und in den jeweiligen Hauptneckar umzusetzen. Auch der rountinemäßige Kanalabschlag der Stadtkanäle wäre ohne die Elektrofischerein nicht mehr denkbar beziehungsweise durchzuführen. Auch unterstützte der FVE auf diese Art und Weise des öfteren andere Vereine bei Fischberge- und -hegemaßnahmen.
Weiterführende Informationen: Fischereiverein Esslingen e.V. Edward-Errol Jaffke; Gottfried Welz (0171 – 41 40 939) Inselstrasse 21 73730 Esslingen
Tel.: 0711 – 31 61 366 (Geschäftszimmer FVE) oder 0711 – 36 73 55 e-Mail:www.fischereiverein-esslingen.de
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