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Gemeinsames “Putzen” von FVE und NABU Esslingen am Neckar(von links nach rechts): Rainer Schmah (FVE-Ausschußmitglied), Ellen Baas (Vorsitzende NABU, Gruppe Esslingen), Edward-Errol Jaffke (1. Vorsitzender FVE), Lothar Görs (FVE-Ausschuß-
mitglied)

Neckarufer in naturnahem Glanz
Fischereiverein und NABU putzen gemeinsam
(ba). Fischereiverein Esslingen und Naturschutzbund Deutschland (NABU), Gruppe Esslingen, zeigten kürzlich, dass die  Zusammenarbeit auf örtlicher Ebene kein Lippenbekenntnis ist, sondern ganz praktisch läuft: Es galt, das Naturschutzgebiet Alter Neckar und die Neckarufer vom menschlichen Müll zu befreien.

Bereits um 8.00  Uhr trafen sich am 23. Februar wild entschlossene Helferinnen und Helfer beider Verbände beim Fischereiverein und wurden mit Müllsäcken, Handschuhen und Zangen ausstaffiert. Das Material wurde von der Stadt zur  Verfügung gestellt. Ausgeschwärmt wurde dann in kleinen Gruppen, eingesammelt wurde alles, was in der Natur nichts zu suchen hat. Und gefunden wurde reichlich: Neben einer Waschmaschine etliche Fahrräder bzw. Teile davon, Elektroheizgeräte und Bierdosen in rauen Mengen. Nicht der kosmetische Effekt des Frühjahrsputzes stand im Vordergrund, wie Edward-Errol Jaffke, Vorsitzender des Fischereivereins Esslingen betont: “Es geht nicht nur um das Reinigen der Neckarufer für das menschliche Auge, vielmehr wird damit erreicht, dass Tiere sich nicht mehr die Pfoten und Schnauzen an Glas oder Dosen zerschneiden, Vögel Plastik nicht in ihre Nester einbauen  und dann die Jungvögel darin ertrinken oder sich strangulieren, oder Plastik fressen, und so eingehen”.
Dieser Aspekt sei, so stellt er fest, in den letzten Jahren bei der Putzete der Stadt zu wenig betont worden.  Für Fischereiverein und NABU ist dies jedoch der Hauptbeweggrund für die Putzete und unter diesem Verständnis wird eine solche auch ausdrücklich begrüßt. Da der Schutz der Natur bei einem solchen Vorhaben Vorrang hat, also die Natur nicht auch noch darunter leiden soll, dass der Mensch seinen Wohlstandsmüll aus der Landschaft räumt, wird auch nicht mehr nach dem 1. März geputzt. Denn dieser Tag steht nach dem Naturschutzrecht quasi  für den Beginn des Frühjahrs. “Man kann davon ausgehen, dass ab Anfang März beispielsweise einige Vögel mit der Revierbesetzung beginnen”, so erklärt Ellen Baas, Vorsitzende der Gruppe Esslingen des NABU, “wenn nun im  Gebüsch der Müll entfernt wird, hört ein betroffener Vogel sofort auf mit seinen Vorbereitungen zum Nestbau. Das merkt man nicht, der Vogel verabschiedet sich klammheimlich.” Dieser Umstand wurde auch bei einer  Vorbesprechung zur Putzete mit Stadtverwaltung und Bürgerausschussvorsitzenden so von Fischereiverein und NABU vorgetragen – leider erfolglos. Fischereiverein und NABU können aber als Naturschutzverbände aus ihrem  Selbstverständnis heraus nicht nach dem 1. März putzen. Dies ist letztlich der Grund, weshalb es in Esslingen nun zwei Putztermine gibt: den der als Naturschutzverbände anerkannten Vereinigungen und den städtischen.  “Und dieses Jahr”, führt Baas an, “hat bislang alles etwas früher begonnen. Wer die Ohren gespitzt hat, hörte die Vögel schon singen, der Beginn der Frühjahrsbalz.” “Außerdem”, fügt Jaffke dazu “benötigen wir für die Putzete im Naturschutzgebiet Alter Neckar eine Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart. Und die kriegen wir nicht für ein Datum nach dem 1. März.” Lässt sich nur festhalten, dass offenbar der, der für die Natur eintritt und putzt, dies auch bei Schnee und Regen tut, frei nach dem Motto “Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung”.
Verantwortlich für den Inhalt:
Fischereiverein Esslingen,
Edward-Errol Jaffke, Im Hangelstein 2/1, 73730 Esslingen,
Tel. 07 11-36 73 55
Naturschutzbund Deutschland e. V., NABU, Gruppe Esslingen, Ellen Baas, Hirschlandstr. 45, 73730 Esslingen,
Tel. 07 11- 3 16 98 78, i. D. 07 11- 25 82 264.
 
Beitrag von Ellen Baas, NABU
Die “Angler” oder die “Naturschützer”
Als erstes ist sicher die Frage zu stellen, ob es “die Angler” oder “die Naturschützer” pauschal gibt. Sicher nicht, es stecken immer Menschen mit individuellem Charakter dahinter, mit denen man “kann” oder nicht. Es gibt eben “solche und solche”. Ich denke, Pauschalformulierungen bringen uns nicht weiter. Auf keiner Ebene. Wenn “die Naturschützer” nicht bereit sind mit “den Anglern” zu  sprechen, weil sich beide Seiten aus irgendwelchen Gründen, die in der Vergangenheit liegen können, misstrauen, so gehen eventuell gemeinsame Zielrichtungen auf verschlungenen Behörden- oder sonstigen Wegen verloren. Misstrauen ist vor allem dann festzustellen, wenn man “vom anderen” wenig bis nichts weiß.
Mein Ziel ist es, eventuelle Barrieren abzubauen und im Austausch zu lernen. Wenn ich auch kein Mitglied des Fischereivereins werden kann (ich bin zum Angeln restlos ungeeignet), so bin ich doch bestrebt zu sehen, wie wann was weshalb von “den Anglern” getan wird.
Wenn zwei – oder auch mehr – Verbände zwar unterschiedlicher Couleur, aber gleicher Intention sich zusammen tun, dann steckt mehr Kraft dahinter und die Realisierung von Projekten für die Natur (und damit für den Menschen, wenngleich manche nicht gelernt haben, diese Verbindung so zu sehen) bekommt eine größere Chance. Das soll nicht heißen, fortan Alles gemeinsam anzugehen.
Um festzustellen, wo die Berührungspunkte beider Verbände – Fischereiverein Esslingen und Naturschutzbund Deutschland, Gruppe  Esslingen – liegen, ist der Dialog nötig, den wir im Herbst letzten Jahres begonnen haben und von dem ich mir wünsche, dass er fortgeführt wird und viele Früchte trägt.
In sofern lautet meine Reaktion auf die Frage “Annäherung möglich?”: “Na klar!”
Ich würde mich über einen regen Austausch, einige Lehrstunden und eine gute Zusammenarbeit freuen.
 Für die Gruppe Esslingen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU)
Ellen Baas, Vorsitzende